Bei der diesjährigen Übergabe der AKIK Rettungsteddys in Frankfurt am Main hat Innenminister Roman Poseck heute ein Grußwort gehalten. Im Rahmen der Veranstaltung wurden mehr als 5.000 Rettungsteddys offiziell in den Dienst gestellt. Der Rettungsteddy fährt bei Kindernotfällen im Rettungswagen mit und wird von Feuerwehren, Rettungsdiensten, Notfallseelsorge und Polizei eingesetzt, in Frankfurt zusätzlich vom Jugend- und Sozialamt. Er soll verunfallten und verängstigten Kindern Trost spenden, ihnen Ängste nehmen und schnell eine Vertrauensbasis zu den Einsatzkräften schaffen. Sie gehen an Feuerwehren, Rettungsdienste, die Notfallseelsorge und die Polizei in der Rhein-Main-Region und werden dort künftig in den Einsatzfahrzeugen mitgeführt. Im Rahmen der Veranstaltung zeichnete Innenminister Poseck zudem Kinder aus, die sich an dem Malwettbewerb „80 Jahre Hessen, 80 Helden“ des Hessischen Innenministeriums beteiligt haben.
Innenminister Roman Poseck betonte anlässlich der Übergabe der Rettungsteddys:
„Wenn Kinder krank werden oder einen Unfall erleben, gerät ihre Welt von einem Moment auf den anderen aus den Fugen. Erwachsene können solche Situationen meist einordnen, Kinder können das nicht. Für sie ist die Angst oft größer als der Schmerz. Genau hier setzt das Aktionskomitee KIND IM KRANKENHAUS seit 1968 an. Der Verein hat durchgesetzt, dass Eltern bei ihrem kranken Kind bleiben dürfen, er begleitet Kinder auf den Stationen, die kaum Besuch bekommen und er stellt mit dem Rettungsteddy einen kleinen Tröster bereit, der Großes bewirkt.
Angst vor Menschen in Uniform nehmen
Die Teddys fahren künftig in Rettungswagen und Einsatzfahrzeugen mit und sind damit genau dort, wo Kinder sie am dringendsten brauchen. Ein Teddy nimmt einem Kind die Angst vor Menschen in Uniform und macht aus Fremden helfende Freunde. Das hilft nicht nur den Kindern, es hilft auch unseren Einsatzkräften, denn Einsätze mit Kindern gehören zu den schwersten überhaupt. All das geschieht ehrenamtlich, aus Überzeugung und mit sehr viel Herz. Dafür danke ich AKIK und der STIFTUNG GIERSCH im Namen der Hessischen Landesregierung von Herzen.
Wie sehr die Arbeit unserer Einsatzkräfte im Land verankert ist, zeigt auch unser Malwettbewerb zum 80-jährigen Bestehen Hessens. Wir haben Kinder gefragt, wer ihre Helden sind. Es hätten Fußballspielerinnen und Fußballspieler sein können oder Figuren aus dem Fernsehen. Gemalt haben die Kinder etwas anderes, nämlich Feuerwehrleute, Polizistinnen und Polizisten, Sanitäterinnen und Sanitäter. Menschen, die helfen.
Damit haben die Kinder sehr genau erkannt, worauf es ankommt. Ein Held ist für sie nicht der Stärkste und nicht der Schnellste, sondern derjenige, der kommt, wenn man ihn braucht. Diese Wertschätzung tut unseren Einsatzkräften gut und sie ist zugleich eine Verpflichtung für uns alle. Wer Einsatzkräfte angreift oder behindert, greift uns alle an. Ich freue mich sehr über jedes einzelne dieser Bilder und ich würde mich noch mehr freuen, wenn einige der Kinder später selbst bei der Feuerwehr, bei der Polizei oder im Rettungsdienst Verantwortung übernehmen.“
Hintergrund
Das Aktionskomitee KIND IM KRANKENHAUS (AKIK) wurde 1968 in Frankfurt am Main auf Initiative engagierter Eltern gegründet und setzt sich ehrenamtlich für das Wohlergehen und die Rechte von Kindern und Jugendlichen im Krankenhaus ein. Der Verein hat unbegrenzte Besuchszeiten und die Mitaufnahme der Eltern durchgesetzt und 1988 gemeinsam mit zwölf weiteren internationalen Verbänden die EACH-Charta formuliert. Neben dem Rettungsteddy gehören ein Betreuungs- und Besuchsdienst sowie der Bücherdienst mit der „Rollenden Bücherei“ zur Arbeit der Gruppe Frankfurt/Rhein-Main. Der Verein finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.